Arztpraxis C.-A. Perrochet

25. Januar 2009

Infekte oberer Luftwege, grippale Erkrankungen – ein paar Hinweise

Claude-Alain Perrochet, 13:24

Bei Unsicherheit, ungewohntem Verlauf, ungewohnten Symptomen, vorbestehenden gesundheitlichen Problemen, insbesondere Lungen- und Herzkreislaufkrankheiten , bitte den Hausarzt aufsuchen.

Wenn immer möglich Fieber zulassen und nicht senken. Fieber unterstützt die Immunabwehr und schwächt die Keime. Sich möglichst viel Ruhe und Schlaf gönnen.

Auf genügend Wärme achten und sich immer wohlig warm fühlen. Durchzug und schon nur leichte Abkühlung meiden. Wegen letzterem ist Baumwolle als erste Kleidungsschicht weniger empfehlenswert, da Baumwolle eher wenig wärmt und rasch auch leicht “kühlend” wirken kann, vor allem, wenn vorher geschwitzt wurde.  Für Kinder und vor allem Kleinkinder ist dieser Punkt zur Vorbeugung von “Erkältungskrankheiten” besonders wichtig. Empfehlenswert sind – vor allem für Kinder – Seide/Wolle-Mischgewebe.

Auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten (Wasser, Tee, ev. hochwertige Fruchtsäfte). Als Tee besonders geeignet sind, neben Fertigmischungen, Thymian, Lindenblüten, Fenchel, Holunder u.a..  Die Ernährung sollte aus leichter,  vitamin- und mineralstoffreicher Kost bestehen (Früchte, Gemüse).

Möglichst rasch mit einer effektiven, immunstimmulierenden Therapie zu beginnen, kann die Krankheitszeit verkürzen.

Echinacea-Präparate sind vor allem dann wirksam, wenn sie in hoher Dosierung bei den ersten Krankheitsanzeichen eingesetzt werden, also noch bevor die Infektionskrankheit richtig ausgebrochen ist. Je später der Behandlungsbeginn, desto schwächer die Wirkung. Echinacea “weckt” bzw. stimuliert das Immunsystem. Dies macht zu Beginn bzw. kurz vor der Erkrankung am meisten Sinn, danach ist das Immunsystem von selbst genügend aktiviert.

Echinacea kann auch während ein paar Wochen in mittlerer Dosierung vorbeugend eingesetzt werden.

Echinamed (Dr. Vogel) wird auf Rezept abgegeben und von der Grundversicherung übernommen.

Sibrovita und Sinupret haben sich als Phytopharmaka bei Infekten der oberen Luftwege bewährt und können zusammen genommen werden.  Beide Präparate haben ein breites Wirkungsspektrum. Sibrovita wirkt unter anderem stark schleimlösend, Sinupret mehr abschwellend. Es empfiehlt sich, die (altersentsprechend) maximal angegebene Dosierung zu nehmen, sofern dies vertragen wird. Dies ist meistens der Fall.

Beide Präparate werden Rezeptfrei abgegeben und auf Rezept von der Grundversicherung übernommen.

Bronchipret (Thymian) und Kaloba sind bewährte Pflanzenmittel bei Bronchitis.

Auch Ceres bietet empfehlenswerte Phytopharmaka an: Sambucus nigra – (Holunder- ) Urtinktur  bewährt sich als Grundmittel bei allen Formen der Infekte der oberen Luftwege; Thymus vulgaris Urtinktur u.a. zur Schleimlösung; Hedera helix– (Efeu-) Urtinktur oder Comp. bei Halsschmerzen, Bronchitis und Tendenz zu Asthma u.a.

Die Ceres-Präparate sind flüssig und werden als Tropfen 3x täglich 5 Tropfen direkt auf die Zunge getropft  oder in wenig Wasser eingenommen. Bei Kindern die Dosis altersentsprechend reduzieren.

Ceres Urtinkturen sind frei erhältlich, auf Rezept werden sie mit Einschränkungen von der Grundversicherung übernommen.

Die hier genannten pflanzlichen Präparate können nach Bedarf auch kombiniert werden.

Sinnvoll ist (möglichst schon zu Beginn der Erkrankung) ein basisches Mineralsalz-Präparat einzunehmen (z.B. Erbasit, Nimbasit, Burgerstein-Probase Tabletten, Alkala-Pulver u.a.) Diese Präparate sind in Apotheken, Drogerien und auch grösseren Warenhäusern erhältlich.

Sofern vorhanden, immer auch den Beipackzettel beachten.

Weitere bewährte Hausmittel bei Infekten der oberen Luftwege sind:

Zwiebelwickel:

Bei Ohrenschmerzen: feingehackte Zwiebel in feinem Baumwolltuch zu einer ca. 5x5cm grossen Kompresse falten. Mit Stirnband oder Mütze auf dem schmerzenden Ohr befestigen.

Hustensirup:

Siehe unten

Kohlblätter:

Direkt auf die Haut an Hals, Brust oder hinter den Ohren als Kompressen oder Auflagen. Wenn die Blätter “verwelkt” sind allenfalls wechseln.

Kartoffelwickel

Nasenhygiene:

Spülungen mit lauwarmem Salzwasser (vor allem am Abend vor dem Schlafengehen). Schleimhautpflege mit Vaseline (mit Wattestäbchen auftragen). Bei der Nasenpflege zu starken Druck vermeiden um keinen Rückstau in den Nebenhöhlen zu verursachen.

Wadenwickel zur Fiebersenkung:

In lauwarmes bzw. noch angenehm kühles Wasser etwas Essig mischen. Darin zweiTücher tränken und feucht um die Waden wickeln. Darüber ein trockenes Handtuch wickeln.  Mit einer locker angelegten elastischen Binde befestigen. Nach 30 bis 60 Min. abnehmen.

Bei Kopf- und Gliederschmerzen kann Aspirin oder Aspergic 500 als entzündungshemmendes Mittel eingesetzt werden (Beipackzettel beachten!).

Das aufsteigende Wärmebad:

Altbewährtes, gut wirksames Mittel bei Infektionskrankheiten.  Dies sollte immer unter Kontrolle durch eine andere Person und nicht bei Kreislaufschwäche oder Herz- Kreislauferkrankungen durchgeführt werden. Venenleiden und Hautprobleme können ebenfalls eine Kontraindikation sein. Gegebenenfalls mit dem Hausarzt absprechen.

Zur Durchführung benötigen Sie eine Badewanne, ein Badethermometer und wenn vorhanden etwas Bade-Basesalz (Apotheke). Das Basesalz unterstützt das Immunsystem. Die Badewanne wird mit genau 37°C warmem Wasser gefüllt. Allenfalls zwei Esslöffel des Basenpulvers in die Wanne geben. Steigen Sie hinein und geben Sie nun nach und nach immer ein wenig mehr heißes Wasser dazu – bis Sie das Wasser zwar als sehr warm, aber nicht als unangenehm heiß empfinden. Es geht nicht darum, die höchstmögliche Temperatur zu erreichen, sondern eine Temperatur, in der Sie es 15 Minuten lang gut aushalten. Je nachdem wie gut Sie Hitze vertragen, kann diese Temperatur zwischen 39°C und 42°C liegen. Wenn Ihnen auch 39°C noch zu warm erscheint, können Sie ein wenig darunter bleiben, sollten dies aber durch eine längere Badedauer ausgleichen. Nach Ihrer Badezeit steigen Sie nun vorsichtig und langsam (Achtung Kreislaufschwäche!) aus dem Wasser, wickeln sich in ein großes Tuch und legen sich für eine halbe Stunde zugedeckt ins Bett. Der Körper beendet nun langsam den Schwitzprozess.

Mit dem Trinken von Lindenblütentee (ev. mit etwas Zitrone) vor, während und nach dem Baden, kann das Schwitzen unterstützt werden.

Hustensirup selbst gemacht

Claude-Alain Perrochet, 01:37

Grob gehackte Zwiebeln mit Zucker (wenn möglich Rohrzucker) oder Honig vermischen und ziehen lassen. Der Sud kann als Hustensirup dienen. Statt Zwiebeln können auch Sellerie oder Randen genommen werden.

Hustensirup ohne Zucker: grob gehackte Zwiebeln mit etwas gleichviel Wasser kurz aufkochen und dann 10 bis 15 Min. köcheln lassen. Danach ohne Hitze noch ca. 20 Min. ziehen lassen.  Den Pfanneninhalt in ein Sieb geben und die Zwiebelstücke z.B. mit einer Gabel noch gut auspressen. Der so gewonnene Saft kann Löffelweise eingenommen werden. Eventuell mit Honig oder Zucker süssen. Im Kühlschrank während ein paar Tagen haltbar.